Aufkohlen

Das Aufkohlen ist ein zentraler Schritt des Einsatzhärtens und dient dazu, den Kohlenstoffgehalt in der Randschicht eines Werkstücks zu erhöhen. Dies ist bei Stählen notwendig, deren Kohlenstoffgehalt zu gering ist, um ohne Vorbehandlung gehärtet zu werden.

Während des Wärmebehandlungsprozesses wird der Stahl bei 850 - 1050 °C in eine kohlenstoffreiche Atmosphäre eingebracht. Der Kohlenstoff diffundiert in die Randzone ein und erhöht dort den Kohlenstoffanteil so weit, dass die Randschicht bis zu einer gewissen Tiefe martensitisch härtbar wird. Die Zeit, die das Bauteil bei Härtetemperatur in der kohlenstoffhaltigen Schutzgasatmosphäre verweilt, entscheidet darüber, wie tief die Randschicht gehärtet werden kann. Der Kern des Bauteils bleibt hingegen zäh und duktil.

Als härtbar gelten Stähle ab einem Kohlenstoffgehalt von > 0,25 %. Durch das Aufkohlen lassen sich hochwertige, verschleißfeste Oberflächen für hochbelastete Bauteile erzeugen.