Schutzgashärten

Das Schutzgashärten ist ein bewährtes Wärmebehandlungsverfahren für Stahl. Es wird bei Stählen eingesetzt, die bereits über genügend Kohlenstoff, meist > 0,25 % Massenanteil, im Stahl verfügen. Durch diesen Kohlenstoffgehalt lassen sich die Stähle härten, ohne dass während des Wärmebehandlungsprozesses zusätzlicher Kohlenstoff eingebracht werden muss. Das Verfahren zählt daher zu den effizienten und prozesssicheren Methoden der industriellen Stahlhärtung.

Beim Schutzgashärten werden die Werkstücke auf die erforderliche Härtetemperatur (Austenitisierungstemperatur) erhitzt und für eine definierte Haltezeit auf diesem Niveau gehalten. Während der gesamten Wärmebehandlung befindet sich das Bauteil in einer exakt eingestellten Gasatmosphäre, die für die Qualität des Prozesses entscheidend ist. Diese Schutzgasumgebung verhindert Oxidation, Verzunderung und Randentkohlung und sorgt dafür, dass die chemische Zusammensetzung an der Oberfläche stabil bleibt. Dies ist maßgeblich für gleichmäßige, reproduzierbare Härteergebnisse.

Das Schutzgashärten wird bevorzugt bei unlegierten und niedriglegierten Stählen angewendet. Zu den wichtigsten Vorteilen zählen eine hohe Prozesssicherheit, eine ausgezeichnete Reproduzierbarkeit und eine konstante Qualität der erzielten Wärmebehandlungsergebnisse.

Nach dem Erwärmen, Halten und anschließendem Abschrecken folgt das Anlassen, ein essenzieller Schritt der Wärmebehandlung. Durch die Wahl einer geeigneten Anlasstemperatur lassen sich die gewünschten Gebrauchseigenschaften des Bauteils wie Härte, Zugfestigkeit und Zähigkeit, präzise auf die jeweilige Anwendung einstellen.